Bei Rückenschmerzen auch an die Nieren denken

Mittwoch, 08. Juli 2015
Sie sind die wichtigsten Entgiftungsorgane des Menschen: Nieren filtern Giftstoffe und Abbauprodukte aus dem Blut und führen sie über Harnleiter und Blase aus. Wenn sie ihren Dienst quittieren, droht Nierenversagen. Etwa 800.000 Deutsche müssen dreimal wöchentlich zur Dialyse. Nur die künstliche Blutwäsche ermöglicht es, dass der Körper weiter funktioniert. Damit es nicht soweit kommt, sollten Patienten, wenn sie über sechzig Jahre alt sind, einen Diabetes oder Bluthochdruck haben, sich einmal im Jahr beim Urologen durchchecken lassen. Auch Übergewichtige und Menschen, in deren Familie es bereits zum Nierenversagen gekommen ist, gehören zur Risikogruppe. Wer einen dieser Faktoren erfüllt und zusätzlich dumpfe, ziehende Schmerzen im unteren Rücken bemerkt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Schmerzen deuten auf Nierenprobleme hin.

Nierenbeckenentzündungen, Nierensteine sowie Nierenversagen verursachen oft Schmerzen in den Flanken, die nur selten von allein wieder verschwinden. Nur beim Abgang eines Nierensteins lassen Beschwerden nach einigen Stunden meist spontan nach. Bis dahin plagen Betroffen jedoch meist kolikartige Schmerzen und Krämpfe in der Lendengegend, die oft auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Auch aufgestiegene bakterielle Infektionen, die eine Nierenbeckenentzündung verursachen, gehen mit Rückenschmerzen einher. Eine Antibiotika-Gabe ist meist effektiv und schnell wirksam. Werden Krankheiten wie Nierensteine verschleppt, kann es zu einem langsamen Verlust der Nierenfunktion kommen. Auch durch einen unzureichend eingestellten Diabetes oder Bluthochdruck sowie durch Nebenwirkungen von Medikamenten versagen die Nieren. Neben Schmerzen beschreiben Patienten manchmal, dass sie unter schäumenden oder rotem Urin und Wassereinlagerungen in den Beinen leiden. Häufig verläuft ein Nierenversagen aber auch ohne Symptome, daher sollten Risikogruppen regelmäßig zur Vorsorge gehen, damit es gar nicht so weit kommt.

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