Inkontinenz: Wenig Trinken ist keine Lösung

Dienstag, 12. Mai 2015
Mehr als fünf Millionen Deutsche quälen sich mit leichter bis schwerer Blasenschwäche, also Inkontinenz. Bei Betroffenen schwingt, wenn sie unterwegs sind, immer auch die Angst mit, plötzlich zur Toilette zu müssen. Viele Betroffene versuchen deshalb so wenig wie möglich zu trinken. Wer jedoch aus Angst vor Inkontinenz zu wenig trinkt, begünstig sogar den Harndrang.

Wer seine Nieren nicht mit ausreichend Flüssigkeit versorgt, muss öfter zur Toilette. Nieren produzieren bei Flüssigkeitsmangel einen hoch konzentrierten Urin, der die Blase reizt und den Harndrang verstärkt. Zudem leistet dieses Verhalten Harnwegsinfekten Vorschub, denn Nieren und Blase müssen gespült werden, sonst setzen sich Bakterien fest. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr von etwa 1,5 Liter pro Tag raten Urologen Betroffenen, die Ursachen der Blasenschwäche abzuklären. Inkontinenz ist grundsätzlich kein unabwendbares Schicksal, sondern lässt sich durch fachärztliche Betreuung und effektive Behandlungsmethoden therapieren und oft heilen. Dabei baut die Behandlung auf einer umfassenden Klärung der medizinischen Vorgeschichte auf. Auch Urin- und Ultraschall-Untersuchungen spielen für die Diagnose eine wichtige Rolle. Für die Behandlung ist es sinnvoll, eine Flüssigkeitsbilanz, das sogenannte Miktionsprotokoll für zwei bis drei Wochen zu führen. Zudem gibt eine Urin-Analyse Hinweise auf mögliche Nierenerkrankungen. Je nach Art der Erkrankung greifen Urologen auf einfache oder umfassende Therapiemaßnahmen zurück. Beckenbodentraining bietet beispielsweise eine einfache Behandlungsmöglichkeit.

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