Viel Trinken bei Reizblase in den Wechseljahren

Dienstag, 12. Januar 2016
Fast jede zweite Frau über Sechzig plagt sich mit vermehrtem Harndrang. Verantwortlich sind oft die Wechseljahre: Der Körper produziert weniger Östrogen, Schleimhäute und Blase werden infolge schlechter durchblutet, die Muskulatur von Geschlechtsorganen und Harntrakt erschlafft und die Gebärmutter kann sich senken. Blasenstörungen zeigen sich in vermehrtem, manchmal überfallartig auftretendem Harndrang sowie Krämpfen und Schmerzen im Unterleib. Da der Entleerungsreiz schon auftritt, wenn die Blase noch gar nicht ganz gefüllt ist, suchen Betroffene mitunter 20 bis 30 Mal am Tag das WC auf. Da die sogenannte Reizblase die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann, sollten Fragen trotz möglicher Schamgefühle unbedingt einen Urologen aufsuchen. Denn oftmals entwickeln betroffene Frauen Angst davor, es nicht rechtzeitig zur nächsten Toilette zu schaffen. Manche verlassen im Fortgeschrittenem Stadium sogar nur ungern ihr Zuhaue.

Die urologische Therapie konzentriert sich in erster Linie darauf, Symptome zu lindern. Bei der Suche nach der individuell passenden Behandlung hilft eine Flüssigkeitsbilanz. Das sogenannte Miktionsprotokoll ist wie eine Art Tabelle aufgebaut, in der Patienten die zugeführte Flüssigkeit und die abgegebene Flüssigkeit eintragen. Auch Symptome wie Schmerzen werden erfasst. Die Angaben zur Flüssigkeitsaufnahme helfen dem Urologen eine Aussage über die Stärke der Harninkontinenz zu treffen. Neben der Gabe bestimmter Medikamente spielen auch Blasentrainings eine wichtige Rolle. Sie können das das Fassungsvermögen der Blase erhöhen. Zudem empfehlen Urologen, nicht beim ersten Dranggefühl auf die Toilette zu gehen, sondern den Urin noch einige Zeit zurückzuhalten. Dadurch wird das Fassungsvermögen der Blase gesteigert. Viele Betroffene verstärken eine Reizblase, indem sie zu wenig trinken. Nieren produzieren bei Flüssigkeitsmangel einen hoch konzentrierten Urin, der die Blase reizt und den Harndrang verstärkt.

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