Wenn’s beim Lachen in die Hose geht

Freitag, 22. Februar 2013
Spätestens dann ist Kindern nicht mehr zum Lachen zumute: Ohne dass sie zuvor auch nur den geringsten Harndrang verspürt haben, entleert sich beim Lachen ihre Blase – vollständig. Bei Kindern schaffen Medikamente und gezieltes Beckenbodentraining Abhilfe, Erwachsenen helfen auch Botoxinjektionen.

Wie es zu dieser Erkrankung kommt, konnten Experten bisher noch nicht klären. Es gibt aber Studien, die zeigen, dass sich oft mehrere Fälle innerhalb einer Familie häufen, sodass genetische Ursachen naheliegen. Organisch führen Urologen den unkontrollierbaren Urinabgang beim Lachen vor allem auf instabile Entleerungsmuskeln zurück, die nur eine unvollständige Blasenkontrolle ermöglichen. Meist tritt die Erkrankung bei Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren auf und verschwindet nach der Pubertät von selbst wieder.
Eine Therapie-Möglichkeit bietet gezieltes Training, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Lindert diese Maßnahme Beschwerden nicht ausreichend, helfen ergänzend meist Medikamente gegen diese Form der Drang-Inkontinenz. Überdauert die Erkrankung die Pubertät, geben urodynamische Messungen mithilfe von Drucksonden und Elektroden Aufschluss über die Funktionsweise der Harnblase, um andere organische Ursachen auszuschließen. In einigen Fällen erzielten Urologen sehr gute Erfolge durch eine Botoxinjektion in den Blasenmuskel.

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