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Bettnässen: ein Tabuthema im Kindesalter

Dienstag, 08. April 2014
Obwohl nächtliches Einnässen ein häufiges urologisches Symptom im Kindesalter ist, stellt es noch immer ein Tabuthema dar. Dabei lernen die meisten Kinder erst mit fünf oder sechs Jahren, ihre Blase nachts zu kontrollieren. Vor allem, wenn das Kind bereits trocken war, sind Eltern verunsichert und sorgen sich um die Gründe des nächtlichen Harnverlusts.

Bis zum fünften Lebensjahr ist nächtlicher Urinverlust relativ häufig und gilt als normal. Erst wenn Kinder älter sind und etwa zwei Mal im Monat die nächtliche Kontrolle über ihre Blase verlieren, sprechen Urologen vom Bettnässen – fachsprachlich Enuresis. War das Kind noch nie länger als sechs Monate trocken, leidet es unter einer primären Enuresis. So ist bei einigen Kindern die Entwicklung des Nervensystems zur Schließmuskelkontrolle verzögert. Andere Kinder schlafen so tief, dass sie ihre volle Blase nicht spüren. Nässt ein Kind ein, nachdem es über sechs Monate trocken war, sprechen Urologen hingegen von sekundärer Enuresis. Hier kommen oftmals Veränderungen im Leben des Kindes wie die Geburt eines Geschwisterkindes, der Verlust eines Familienmitgliedes, Scheidung, Umzug sowie Kindergarten- oder schulische Probleme als Ursache infrage.

Behandlungsgrundlage bildet die sogenannte Urotherapie. Regelmäßige Toilettengänge nach einem festgelegten Plan und eine moderate Flüssigkeitseinschränkung können die Blasenkontrolle bereits verbessern. Ein vom Kind selbst geführtes Blasentagebuch stärkt seine Eigenverantwortung für das Trockenbleiben. Hilft dies nicht, bietet sich eine sogenannte apparative Verhaltenstherapie an. Hierbei löst eine Klingelmatte oder -hose ein Alarmsignal aus, sobald Urin in die Hose geht. Das Kind wird wach und das Wasserlassen unterbrochen.

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