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Blasenkrebs – Früherkennung erhöht Heilungschancen

Mittwoch, 11. Oktober 2017
Harnblasenkrebs gehört zu den häufigen Krebsarten. Knapp 30.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr daran. Das Risiko für Männer ist rund dreimal so hoch wie das von Frauen. Da Blasenkarzinome meist keine spezifischen Beschwerden verursachen, raten Urologen Risikopatienten zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Spezialisten. Wer zudem einen rot verfärbten Harn feststellt, sollte zügig zum Arzt. Blutspuren können auf Blasenkrebs deuten. Früh entdeckt, lässt sich ein Tumor gut behandeln.

Neben Blutspuren im Urin können auch Harnverhalte und Schmerzen in der Nierengegend Anzeichen für die Krebserkrankung sein. Zwar können diese Symptome auch von einer Blasenentzündung stammen, aber bei Blasenkrebs gilt, lieber einmal zu viel zum Urologen als einmal zu wenig. Im Frühstadium sind die Heilungschancen nämlich sehr gut. Zunächst wird der Urin auf Blutspuren oder ein bestimmtes Protein, das Krebszellen vermehrt produzieren, untersucht. Im späteren Verlauf kann auch eine Blasenspiegelung notwendig sein.

Besonders oft erkranken Raucher. Nikotin steht auf Platz eins der Liste der Risikofaktoren. US-Studien zufolge erkranken Raucher zwei bis drei Mal so häufig an Harnblasenkrebs wie Nichtraucher. Aber auch Menschen die beruflich viel mit Farbstoffen zu tun haben, wie etwa Friseure oder Lackierer, gehören zur Risikogruppe. Genetische Veranlagungen oder auch Langezeitentzündungen der Blase wie sie bei Blasensteinen oder nicht behandelten Blasenentzündungen auftreten, erhöhen die Gefahr, an Blasenkrebs zu erkranken. Wer viel Kaffee trinkt, hat entgegen früherer Vermutungen kein höheres Risiko.

Erkennen Urologen die Krankheit rechtzeitig, können sie in den meisten Fällen die Harnblase erhalten. Kleine oberflächliche Karzinome, die am häufigsten vorkommen, werden vom Blasenmuskel abgetragen und die Blase mit einer chemotherapeutisch wirksamen Lösung gespült. Kehren Wucherungen zurück, zeigen Strahlen- und spezielle medikamentöse Therapien sowie eine neuartige Immunstimulation oft gute Erfolge. Nur bei etwa 25 Prozent aller Betroffenen muss ein Chirurg die Blase komplett entfernen.

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