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Wartezeitgesetz verschlechtert Versorgung der Patienten

Dienstag, 12. August 2014

Ab 2015 will Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe die Termingarantie für gesetzlich Krankenversicherte Patienten umsetzen. Dann soll sichergestellt werden, dass Kassenpatienten nicht länger als vier Wochen auf einen Facharzttermin warten. Für die Uro-GmbH Nordrhein, ist sicher, dass das neue Wartezeitgesetz zu einer deutlich verschlechterten Versorgung der Patienten führen wird. Mit dem Gesetz gemeint sind nicht etwa die Notfälle, wie Patienten mit akuten Beschwerden oder Krebsverdacht, denn diese Patienten bekommen schon immer auf Zuruf vom überweisenden Arzt oder entsprechend kenntlicher Überweisung kurzfristige Termine. Es geht um alle anderen Patienten. Was die fachärztliche Versorgung für die Patienten verbessern soll, bewirkt aber genau das Gegenteil.

Die Qualität in der Versorgung kann mit diesem Modell nur sinken. Nach den KBV-Abrechnungszahlen sind die Fallzahlen in den meisten Facharztpraxen in den letzten Jahren angestiegen. Urologen behandelt etwa 1.000 Kassenpatienten im Quartal, die Arbeitszeit beträgt pro Arzt nahezu 50 Stunden in der Woche. Bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Verkürzung der Wartezeit ist mit einem weiteren Anstieg der Behandlungsfälle zu rechnen. Mehr Zeit stünde aber aufgrund der ohnehin schon straffen Arbeitswoche nicht zur Verfügung. Das Wartezeitengesetz führe damit automatisch dazu, dass mehr Patienten in gleicher Zeit behandelt werden müssen. Es wird zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass mehr Patienten in der gleichen Zeit behandelt werden müssen. Aus der schon heute oftmals unzureichenden 5-Minuten-Medizin wird dann eine 3-Minuten-Medizin. Dies würde zur Schwächung der Qualität in der fachärztlichen Behandlung durch zunehmende Massenabfertigung führen. Zeitaufwendige Versorgung wie z.B. Hausbesuche können unter solchen Bedingungen nicht mehr erbracht werden.

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