Freiwillige Vorsorgeleistungen - sinnvoll oder Abzocke?

Vorsorge ist wichtig – und das nicht erst im höheren Alter. Jeder Lebensabschnitt bringt Veränderungen und gesundheitliche Gefahren mit sich. Auch und vor allem im urologischen Bereich können präventive Untersuchungen Leben retten. Leider fallen diese nicht oder erst viel zu spät in die kassenübliche Versorgung. Gesetzlich versicherte Patienten haben jedoch die Möglichkeit, diese Vorsorgeleistungen als Selbstzahlerleistungen (IGeL) zu wählen.

Doch immer häufiger verurteilen Krankenkassen, Verbraucherschutzorganisationen und sogar einige Mediziner Selbstzahlerleistungen als unmoralische Abzocke vermeintlich geldgieriger Ärzte. Ihr Hauptargument: Überlebensstatistiken. Die Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus!

Eine aktuelle Studie belegt, dass in den USA deutlich mehr Menschen die häufigsten Krebsarten überleben als in Deutschland. Experten sehen in Vorsorgeprogrammen, die in Amerika viel länger und intensiver genutzt werden, eine mögliche Erklärung (Quelle: Annals of oncology 2012; 23 / Ärztezeitung vom 3.2.2012). Das zeigt ganz deutlich unseren Nachholbedarf. Wir möchten Ihnen daher heute unsere Sicht nahe bringen:

GUTE GRÜNDE FÜR SELBSTZAHLERLEISTUNGEN

1. Der gesunde Menschenverstand

Bösartige Krebszellen vermehren sich tückischerweise in der Regel unbemerkt und ohne Symptome. Hat ein Tumor jedoch erst einmal gestreut, gibt es oft keine Heilung mehr. Eine Entfernung im frühen Stadium offenbart jedoch meist gute Genesungschancen. Nicht immer, aber – wenn überhaupt – durch präventive Untersuchungen!

2. Das Problem der Statistiken

Statistiken sind keineswegs unfehlbar. Oft widersprechen sie sich sogar und werden von bestimmten Interessengruppen in Auftrag gegeben oder in ihrem Sinne interpretiert. Insbesondere bei Prostatakrebs lassen selbst methodisch korrekte Überlebensstatistiken nur auf sehr lange Sicht Rückschlüsse zu.

3. Der Tunnelblick auf Statistiken

Der Mensch ist nicht nur ein Punkt auf einer Grafik. Ob ein Individuum mit seinem einzigen Leben innerhalb oder außerhalb der statistischen Wahrscheinlichkeit liegt, lässt sich durch keine Erhebung dieser Welt voraussagen. Die Fokussierung auf Statistiken wird daher der Realität und dem Bedürfnis der Menschen nach größtmöglicher Sicherheit nicht gerecht.

Wir möchten Ihnen daher ausdrüklich ans Herz legen, sich nicht durch die öffentliche Meinungsmache verunsichern zu lassen. Auch nicht vom IGeL-Monitor der Kassen. Diese Auflistung angeblich unnötiger Angebote – wie beispielsweise der PSA-Test zur Früerkennung von Prostatakrebs beim Urologen – soll Ihnen lediglich den Eindruck vermitteln, durch die Kassenleistungen ausreichend versorgt zu sein. Gerade bei der Krebsvorsorge gilt jedoch das Prinzip: lieber eine Untersuchung mehr als eine zu wenig. So viel sollte jedem seine Gesundheit wert sein!

A K T U E L L E S

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