Warum Urologen keine Hausbesuche mehr leisten können

Unser Handeln steht unter der Prämisse, dass die urologische Grundversorgung unserer Patienten gewährleistet bleibt und sie trotz zunehmender Leistungseinschränkung eine qualitative Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erhalten.
Manchmal ist die Arbeit der Uro-GmbH Nordrhein eine Gratwanderung, da politische Entscheidungsträger erst dann reagieren, wenn die Versorgung in Gefahr ist. Wir sind deshalb manchmal gezwungen, durch einzelne Maßnahmen kurzfristig die medizinischen Leistungen zu reduzieren, um sie langfristig erhalten zu können.

Beispielsweise beim Thema Hausbesuche. Hier findet seit mehreren Monaten ein Machtkampf zwischen Krankenkassen, KVen und Ärzten statt: Aufgrund der abstürzenden Honorare in Nordrhein und des unvertretbaren Aufwandes der Besuche haben wir Urologen uns 2010 auf andere Leistungen konzentriert und Hausbesuche nur noch unter strenger medizinischer Indikation erbracht. Zum Ärger der gesetzlichen Krankenkassen, die daraufhin höhere Kosten durch Transportfahrten und stationäre Behandlungen tragen mussten. Vielleicht auch aufgrund des Drucks, den die Uro-GmbH Nordrhein mithilfe dieser Aktionen ausübte, wurde eine extrabudgetäre Vergütung der Hausbesuche angekündigt. Anfang 2011 entpuppte sich die Ankündigung allerdings als Mogelpackung. Hausbesuche sollen nach neuer Regelung zwar außerhalb des Budgets vergütet werden, dieses sank aber gleichzeitig ab. Das Geld wird im Vorfeld abgezogen, auf die hohe Kante gelegt und dann dem hausbesuchenden Arzt wieder zugeführt.

Das bedeutet für uns, dass wir weiterhin nur nach medizinischer Indikation Hausbesuche erbringen. Natürlich ist dies für Sie, liebe Patienten, umständlich und nicht unbedingt eine Service-Verbesserung der medizinischen Leistung. Wenn wir aber heute nichts gegen die Politik von Kassen & Co. unternehmen, ruiniert das die freie Ärzteschaft und wiederum Ihre urologische Versorgung.

A K T U E L L E S

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