Honorarsituation

Sicher haben Sie von horrenden Arzthonoraren im sechsstelligen Bereich gehört und wundern sich über das "Jammern" der Ärzte bezüglich ihres Verdienstes. Geschickt wird in der Öffentlichkeit Umsatz als Honorar (Gewinn) verkauft. Nach Abzug der Kosten bleibt allerdings so wenig übrig, dass kein Urologe in Nordrhein davon leben könnte. Knappe 18 Euro pro Quartal ist Ihrer Kasse Ihre urologische Versorgung noch wert. Dafür fordern die Krankenkassen von uns: Ärztliche Beratung, Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, Hausbesuche, Röntgen, tagesklinische Betreuungen, sogar Nierensteinzertrümmerungen und Gewebeprobeentnahmen. Viele dieser Leistungen sind nur mit einem hohen technischen und personellen Aufwand qualitativ gut durchführbar. Wir haben das Minus viele Jahre in der Hoffnung auf Besserung mit eigenen Mitteln ausgeglichen. Von den Milliardenzuwächsen ist allerdings bei uns Urologen kein Cent angekommen! Sie können sich vorstellen, dass wir dieses Minus so nicht mehr tragen können.


Bei Urologen kommt kein Geld an

Was bringt uns die Gesamthonorarsumme für alle ärztlichen Leistungen auf Rekordhöhe, wenn das Einkommen des einzelnen Urologen aus Kasseneinkünften seit 2000 stetig fällt? Die Einführung des sogenannten Regelleistungsvolumen (RLV) mit Fallwerten für die Basisleistungen einer Arztgruppe führte Anfang 2009, obwohl es das höchste RLV war, zu einem Honorarverlust bei 57 Prozent der Urologen – seitdem sinkt das urologische RLV trotz Zuwächsen des Gesamthonorars für alle ärztlichen Leistungen.


Ärzte hätten gern mehr Zeit für Ihre Patienten

Es ist das höchste Bedürfnis eines Patienten, dass sich der Arzt Zeit für seine Sorgen nimmt. Dagegen steht eine Quartalspauschale von circa 18 Euro beispielsweise in der Urologie. Die Betriebskosten einer urologischen Praxis liegen zwischen 160 und 200 Euro pro Stunde. Selbst unter besten Bedingungen bleibt damit pro Patient nur ein Zeitfenster von circa sieben Minuten. In dieser Zeit sollen wir die Krankengeschichte erheben, den Patient untersuchen, das weitere Vorgehen patientenverständlich erläutern und zusätzliche Fragen beantworten. Bei dieser Rechnung hat der Arzt übrigens noch keinen Cent verdient. Eine patientenadäquate Versorgung ist unter diesen Bedingungen kaum möglich.

A K T U E L L E S

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